Verleihung der Conradin-Kreutzer-Tafel
Der MGV Sängerbund 1860 Heiligkreuzsteinach e.V. wollte im Jahr 2020 bekanntlich sein 160-jähriges Jubiläum feiern, was jedoch aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich war.
Jubiläen sind aber immer auch Anlass für Ehrungen und für Vereine, die seit mindestens 150 Jahren ihren ehrenamtlichen, kulturellen Aufgaben nachgehen, hat sich das Land Baden-Württemberg etwas Besonderes einfallen lassen. Im Rahmen des Landesmusikfestivals werden diese Vereine seitens des Landes Baden-Württemberg mit der Conradin-Kreutzer-Tafel ausgezeichnet.
Nach mehrmaliger Verschiebung konnte am 18. September 2021 endlich die Ehrung stattfinden und der Sängerbund wurde zur Verleihung zum Landesmusikfestival nach Neresheim geladen. Aufgrund der weiterhin gültigen Corona-Vorsichtsmaßnahmen konnten hierzu leider nur zwei Vertreter des Vereins kommen, da auch weitere Gruppierungen zur Verleihung kamen.
Da Neresheim nicht gerade vor der Haustür liegt – es liegt im Ostalbkreis bei Aalen im so genannten Härtsfeld – hieß es für unsere Vertreter, Markus und Jan Sonnberger, an diesem Tag früh aufstehen. Der Kernort ist nicht mal so viel größer wie Heiligkreuzsteinach, wird aber überragt von einer durchaus ansehnlichen Benediktiner-Abtei - wieder was gelernt! Ein attraktives Ausflugsziel wäre das allemal. Angekommen, nahm die kleine Delagation in der Mehrzweckhalle Platz: natürlich mit Maske. Zum Essen und zum Trinken gab es nichts, dafür Reden der lokalen und überregionalen Honoratioren.
Während der Veranstaltung war auch einiges zum Namensgeber der Auszeichnung zu erfahren. Conradin Kreutzer war Komponist und Hofkapellmeister aus Meßkirch im Landkreis Sigmaringen, dessen musikalische Karriere in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lag. Geografisch war sein musikalisches Wirken vor allem in Wien angesiedelt, aber auch in einer Reihe anderer, vor allem süddeutscher Städte. Er schuf neben Opern auch viele Chöre für den Männergesang, zum Beispiel des „Schäfers Sonntagslied“ (auch bekannt unter „Das ist der Tag des Herrn“).
Auch anderes Interessantes war zu erfahren. Wer wusste etwa, dass die „Chormusik in deutschen Amateurchören“ zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit gehört und auf der deutschen UNESCO-Liste steht (neben 136 anderen Kulturformen, wie „Pfälzerwaldhütten-Kultur“, „Buchbinderhandwerk“ und „Deutscher Brotkultur“)?
Der Höhepunkt war dann aber die Überreichung von Tafel und Urkunde durch die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Ravazi (MdL). Da die Verleihung 2020 ausfiel, wurden in diesem Jahr (2021) 37 Musikvereine (Chöre, Blasmusikvereine, etc.) geehrt. Aus unserem (Badischen) Chorverband u.a. auch der Singverein Laudenbach und der Liederkranz Dielbach.
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